Thomas Frühwirth holt WM-Titel im Einzelzeitfahren und wird im Straßenrennen Vierter
Dritter WM-Titel in Folge
Die Vorbereitung auf das Einzelzeitfahren verlief für Frühwirth nahezu perfekt. Nach einem intensiven Trainingsblock in den italienischen Alpen folgten mehrere Wochen mit hochintensiven Intervallen und Hitzetraining. Bei einem Testzeitfahren erreichte der 45-Jährige dabei Leistungswerte auf einem Niveau, das er zuvor noch nicht erzielt hatte.
Entsprechend hoch waren die Erwartungen vor dem Rennen. Auf der 28 Kilometer langen Strecke in Huntsville herrschten mit Temperaturen von 35 bis 38 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent schwierige Bedingungen. Frühwirth kam damit jedoch gut zurecht und konnte seine Trainingsleistungen auch im Rennen abrufen.
Nach der ersten von zwei Runden lag der Österreicher noch rund 15 Sekunden vor seinen Verfolgern. In der zweiten Runde konnte er seinen Vorsprung jedoch deutlich ausbauen und das Rennen souverän für sich entscheiden. Mit einer Zeit von 39:11 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 45 km/h gewann Frühwirth vor Callum Russel (Großbritannien) und Josef Fritsch (Frankreich).
Damit sicherte sich Frühwirth bereits seinen dritten Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren in Folge. Ein Blick auf seine langjährige Karriere unterstreicht die außergewöhnliche Konstanz: Rund 17.000 tatsächliche Trainingsstunden in 22 Jahren – davon 16 Jahre im Leistungssport – bilden die Grundlage für seine Erfolge.
Platz vier nach Protest im Straßenrennen
Auch im Straßenrennen erwischte Frühwirth einen starken Start und fand sich früh in einer sechsköpfigen Spitzengruppe wieder. Dort übernahm der Österreicher einen großen Teil der Führungsarbeit. Mehrere Ausreißversuche blieben auf der flachen Strecke allerdings erfolglos, wodurch die Spitzengruppe teilweise im Regenerationsbereich unterwegs war. In der letzten Runde wurde sie sogar von der Verfolgergruppe eingeholt.
Fünf Kilometer vor dem Ziel erhöhte Frühwirth erneut das Tempo und konnte die Gruppe wieder auseinanderziehen. Anschließend übernahm er dauerhaft die Führung. Im Sprint wartete der Österreicher zunächst auf einen Angriff der sprintstarken Konkurrenten. Nachdem dieser ausblieb, eröffnete Frühwirth rund 200 Meter vor dem Ziel selbst den Sprint.
100 Meter vor der Ziellinie versuchte Fabian Recher (Schweiz) auf der Innenseite an Frühwirth vorbeizuziehen. Dabei kam es zu einer leichten Berührung, wodurch Frühwirth kurz aus dem Tritt geriet. Callum Russel nutzte die Situation und überquerte knapp vor dem Österreicher die Ziellinie. Frühwirth wurde zunächst als Zweiter gewertet.
Nach einem Protest entschied die UCI jedoch, Frühwirth auf den vierten Platz zurückzureihen. Aus Sicht des Österreichers war die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Er argumentierte, dass die Innenseite in dieser Situation kaum Platz geboten habe und er als führender Fahrer die kürzeste Linie zum Ziel gewählt habe. Die beiden Sprint-Favoriten hätten aus seiner Sicht ausreichend Möglichkeiten gehabt, über die Außenseite anzugreifen.
Die Entscheidung kostet Frühwirth letztlich einen weiteren Podestplatz. Für den Österreicher steht die Medaille angesichts seiner zahlreichen WM-Erfolge allerdings nicht im Vordergrund. Sportlich schmerze die Entscheidung dennoch, wie Frühwirth betont. Besonders kritisch sieht er den Versuch, das Ergebnis nachträglich über einen Protest zu beeinflussen.
Mit dem Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren und Platz vier im Straßenrennen zieht Frühwirth dennoch eine starke Bilanz seiner WM in den USA. Viel Zeit zur Erholung bleibt allerdings nicht: Bereits in drei Wochen wartet mit der Paratriathlon-Weltmeisterschaft in Pontevedra (Spanien) die nächste große Herausforderung.
















